Abgasskandal – Ihre Rechte gegen Mercedes durchsetzen

Lange Zeit beschränkte sich die öffentliche Wahrnehmung in Sachen Abgasskandal ausschließlich auf den Konzern Volkswagen. Doch nach und nach kommen bei zahlreichen weiteren Automobilherstellern ähnlich unlautere Praktiken an das Tageslicht – so auch bei Mercedes: Experten schätzen die Anzahl manipulierter Fahrzeuge auf mindestens 700.000. So hat das Kraftfahrbundesamt (KBA) bereits reagiert und einen entsprechenden Rückruf angeordnet. Über 20 Mercedes-Modelle sind betroffen und verfügen über eine unzulässige Abschalteinrichtung, die den Ausstoß von Stickstoffoxid in nicht erlaubter Art und Weise beeinflusst. Zwar bestreitet Mercedes die Unzulässigkeit, die Argumente insoweit können jedoch keineswegs überzeugen. Als Betroffener müssen Sie diesen Betrug nicht hinnehmen und können sich zur Wehr setzen.

Ist Ihr Modell betroffen?

Ähnlich wie bei Volkswagen, mangelt es auch bei Mercedes an einem transparenten Umgang mit dem Abgasskandal. So ist das ganze Ausmaß der Manipulation noch nicht vollständig aufgedeckt. Stattdessen werden notwendige Informationen nur scheibchenweise herausgeben. Nach eigenen Informationen der Daimler AG sowie Recherchen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ sind folgende Modelle betroffen:

  • Vito 1,6 Liter-Diesel (OM622)
  • V-Klasse 2,2-Liter-Diesel (OM 651)
  • Sprinter 2,2-Liter-Diesel (OM 651)
  • G-Klasse 3,0-Liter-Diesel (OM 642)
  • GLS 3,0-Liter-Diesel (OM 642)
  • ML 3,0-Liter-Diesel (OM 642)
  • GLE 3,0-Liter-Diesel (OM 642)
  • GLC 2,2-Liter-Diesel (OM 651)
  • S-Klasse 3,0-Liter-Diesel (OM 642)
  • S-Klasse Hybrid 2,2-Liter-Diesel (OM 651)
  • E-Klasse 3,0-Liter-Diesel (OM 642)
  • CLS 3,0-Liter-Diesel (OM 642)
  • C-Klasse Plugin-Hybrid 2,2-Liter-Diesel (OM 651)
  • SLK – (Motor nicht genannt)
  • C-Klasse 1,6 Liter-Diesel (Motor OM 626)

Vor allem die Dieselmotoren OM 642 und OM 651 sind also betroffen.

Auch Mercedes stiehlt sich aus der Verantwortung

Das Prozedere nach der Rückruf-Aktion des KBA ist nun fast deckungsgleich mit den Begebenheiten bei dem erstmaligen Bekanntwerden des VW-Abgasskandals. So bestreitet auch der Daimler-Konzern das Vorhandensein einer unzulässigen Abschalteinrichtung sowie einer Manipulation, wobei nach der gerichtlichen Aufarbeitung in Sachen Volkswagen mittlerweile kein Zweifel mehr an der Mangelhaftigkeit der betroffenen Fahrzeuge bestehen kann. Auch kann diese Argumentation nicht überzeugen. Denn warum sollte das KBA dann einen Rückruf anordnen? Und wieso stellt die Daimler AG ein Update in Aussicht, das aktuell noch entwickelt wird? Wann genau dieses verfügbar ist, ist derzeit jedoch noch nicht absehbar. Vielmehr verrennt sich Mercedes wie Volkswagen in Widersprüchen, in der Hoffnung so berechtigte Schadensersatzansprüche der Verbraucher abwehren zu können.

Ansprüche gegen Mercedes

In Anlehnung an die bisher ergangene Rechtsprechung in Sachen Volkswagen, stehen auch den betroffenen Mercedes-Kunden verschiedene Ansprüche zu. So kommt gegen die Daimler AG ein Anspruch auf Rückabwicklung des Fahrzeugkaufs oder Zahlung von Schadensersatz wegen sittenwidriger vorsätzlicher Schädigung beziehungsweise Betrugs in Betracht. Die gleichen Ansprüche können zudem häufig gegen den Verkäufer geltend gemacht werden. Man unterscheidet insoweit zwischen deliktischen und kaufrechtlichen Ansprüchen. Unsere Kanzlei hat in eigenen Verfahren gegen den Volkswagen-Konzern gute Erfahrungen damit gemacht, diese Ansprüche parallel gerichtlich geltend zu machen. Weiter ist zu beachten, dass die Rechtsprechung in Sachen Abgasskandal zunehmen verbraucherfreundlicher wird – Ihre Chancen auf einen positiven Ausgang steigen also stetig. Dies hängt auch damit zusammen, dass es immer mehr oberlandesgerichtliche Entscheidungen gibt.

Mittlerweile sind im Übrigen auch die ersten Urteile gegen die Daimler AG gefällt worden. So haben das LG Hanau (Az.: 9 O 76/18) und das Landgericht Karlsruhe (Az.:18 O 24/18)  den Klägern recht gegeben und den Konzern zur Rückabwicklung verurteilt.

Zögern Sie nicht uns zu kontaktieren

Um es klar und deutlich zu sagen: Die Chancen für ein erfolgreiches gerichtliches Vorgehen gegen die Daimler AG stehen gut. Profitieren Sie von unserer Erfahrung aus den zahlreich geführten Prozessen gegen den Volkswagen-Konzern. Die Kanzlei Bödecker vertritt Betroffene bundesweit und kann auch Ihren Ansprüchen zur Durchsetzung verhelfen.

Zögern Sie nicht uns zu kontaktieren, wir prüfen Ihren Fall gerne und lassen Ihnen zeitnah eine fundierte rechtliche Einschätzung zukommen. Gerne setzen wir uns bei Bestehen einer Rechtsschutzversicherung auch mit dieser in Verbindung und stehen Ihnen als verlässlicher Partner zur Seite.